2012

Forums-Ausstellungen:

 Juni

Kunst und öffentlicher Raum
Gerhard Dancker, Heinz Lilienthal, Ursula Wulff, Tatiana Ahlers-Hesterman

Architektursommer

Das Forum für Künstlernachlässe zeigte – zum zweiten Mal im Rahmen des alle drei Jahre stattfindenden Hamburger Architektur Sommers – vier künstlerische Positionen, die ein weites Spektrum zum Themenfeld „Kunst und Öffentlicher Raum“ vorführen. Zwischen Kunst am Bau, Denkmalfunktion und künstlerischer Autonomie wird öffentlicher Raum als Ort künstlerischer Intervention wahrnehmbar.

Gerhard Dancker (1925-2006) entwarf an der Schnittstelle zwischen Kunst und interaktivem Objekt in den 1970/80er Jahren mehrere phantasievolle Objekte für Spielplätze. Mit Modellen und Entwurfszeichnungen zur Rolli-Familie sowie zum Trojanischen Pferd von 1985, das in Finkenwerder aufgestellt wurde, werden Beispiele präsentiert, in denen ortsgebundene Kunstpraxis als Anstoß zu kommunikativen Prozessen verstanden wird.
Heinz Lilienthal (1927-2006) entwickelte eine neue Technik zur Metallschmelze im Bereich halbplastischer Wandgestaltungen an Gebäuden. Originale Modelle sowie Werkstattfotos, die die Entstehung der Arbeiten dokumentieren, zeugen von dieser Gestaltungsform. Überregional bekannt wurde der Künstler durch seine Betonglasfenster für zahlreiche sakrale und profane Bauten.
Ursula Wulff (*1927) schuf in den 1970/80er Jahren eine beeindruckende Serie von Collagen auf Papier mit Versatzstücken aus figurativen und räumlich-architektonischen Formen. Zwischen Fiktion und Wirklichkeit angesiedelt, eröffnet sie ein Reflexionsspektrum zum ‚Ort‘ in seiner ästhetischen und sozialen Dimension. Darin definiert sich Menschsein in einem spezifischen Verhältnis zum ihn umgebenden Lebensraum.
Tatiana Ahlers-Hestermann (1919-2000) war im Bereich der Textil- und Mosaikkunst für sakrale und soziale Bauten in Hamburg von herausragender Bedeutung. Der großformatige Wandbehang Musik aus dem Jahr 1958 entstand für den Musikraum der Schule Arnkielstraße in Hamburg-Altona und hängt heute dort im Eingangsbereich.

Die Ausstellung wurde gefördert von Hamburg Airport.

November/Dezember

Hannes Schultze-Froitzheim (1904-95) — Wege in die Abstraktion

im Dialog mit Objekten von Heinrich Eder

HeinrichEderAusstellungNov2012mail

Angeregt von den avantgardistischen Kunstströmungen der Klassischen Moderne sucht der zuletzt in Kiel lebende Maler Hannes Schultze-Froitzheim nach einer Bildsprache zwischen Abstraktion und Figuration. Schultze-Froitzheim greift immer wieder Alltagssituationen oder landschaftliche Themen auf, die er zunehmend vereinfacht darstellt.
Bereits in den Kompositionsbildern der ausgehenden 1940er Jahre reduziert er immer stärker das zu Sehende auf einfache Linien und geometrische Körper. Unterstützt wird dieses Spiel der zunehmenden Abstraktion und Verfremdung durch eine ebenfalls in ihrer Intensität zurückgenommene Farbpalette.
In den frühen 1960er Jahre erweitert Schultze-Froitzheim seine Bildsprache, indem er Materialien natürlichen und künstlichen Ursprungs in sein Gestaltungsrepertoire aufnimmt. Es entstehen Collagen und Assemblagen, die einen stark haptischen Charakter haben und mit wiederkehrenden Elementen wie netzartigen und tropfenförmigen Strukturen versehen sind.
Die Arbeiten seiner letzten Schaffensjahre in den 1970er Jahren sind geprägt von streng linear zulaufenden Liniengefügen, die in geometrischen Körpern gebrochen, gespiegelt und weitergeleitet werden. Mit diesem Vorgehen nimmt er Bezug auf physikalische Prozesse wie der Brechung von Lichtstrahlen, aber auch auf die Berechnung von Körpern mittels Computergrafiken.

Im Dialog mit seinen Bildern stehen Objekte des in Hamburg arbeitenden KünstlersHeinrich Eder (*1967). Eder greift den Prozess der Licht- und Strahlenbrechung in skulpturaler Weise auf. Er schreibt durch akribische Berechnungen Spiegelreflexionen in verschiedene Materialien ein und lässt so den Prozess der Brechung, Spiegelung und Dynamik erfahrbar werden.

Die Ausstellung wurde gefördert von Hamburg Airport.

Weitere Veranstaltungen und Kooperationsausstellungen:

Städtische Galerie Böblingen: Ausstellung und Symposium
Das Forum zu Gast in der Städtischen Galerie Böblingen:
„Entdeckt“ – Werke aus dem Forum für Künstlernachlässe, Hamburg: Friedrich Ahlers-Hestermann, Alexandra Povòrina, Ingeborg Sello, Hannes Schultze-Froitzheim, Karl-Heinz Westphal, Gabriele Quasebarth
Laufzeit: 01.04.-18.06.12
Ort: Städtische Galerie Böblingen, Pfarrgasse 2, 71032 Böblingen
Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen!
Rahmenprogramm: Symposium zum Thema „Künstlernachlässe“, Samstag, 23.06.12, 15.00 Uhr in der Städtischen Galerie Böblingen.

Abschlussausstellung der Atelierstipendiatinnen 2011/12:
Gosia Machon und Hannah Rath.
Laufzeit: 05.10.-19.10.12
Die Vergabe erfolgte in Kooperation mit der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius.

Ausstellung bei Latham & Watkins in Hamburg:
Bilder von Christopher Schultz-Brummer und Fotografien von Ingeborg Sello
Laufzeit: Januar bis Dezember 2012

Ausstellung: Das Forum zu Gast in der Blankenese Kirche am Markt:
Jens Lausen: Der innere Horizont
Laufzeit: 23.09.-14.10.12
Ort: Gemeindehaus im Mühlenberger Weg 64a

Ausstellung: Ingeborg Sello. Vor 65 Jahren: Kunst gegen Kohle – Die Ruhrfestspiele
Fotografie-Präsentation anlässlich der Jubiläumsfeier „65 Jahre VHS Wedel“
in der Volkshochschule Wedel, ABC-Straße 3, 22880 Wedel
Laufzeit: 24.08.-01.10.12

Ausstellung: Das Forum zu Gast in der Blankeneser Kirche am Markt:
Hans-Günther Baass (1911-91): Räume der Hoffnung
Ort: Gemeindehaus im Mühlenberger Weg 64a