2008

→ April

INGEBORG SELLO (1916-82)
Atelierbesuche – Fotografien

im Werkdialog mit Volker Lang und Rainer Müller-Tombrink 

W_Sello

Seit Gründung der „Galerie der Jugend“ im Dezember 1945 besuchte Ingeborg Sello zahlreiche Künstlerateliers. Anfangs ging es um die Entdeckung von Talenten für die eigene Galerie, wo es neben den als ‚entartet‘ verfemten Expressionisten (Carl Hofer, Erich Heckel, Otto Mueller u.a.) die Künstler der ebenfalls zuvor ausgegrenzten Hamburgischen Sezession und die jungen Absolventen der Landeskunstschule zu sehen gab. Als die Galerie durch den wirtschaftlichen Druck der Währungsreform 1950 schließen musste, rückte die inzwischen zur Meisterfotografin Geprüfte mit Gehilfin und schwerer Fototasche bei den Künstlern an, um das Bildmaterial für Reportagen und Kataloge zu liefern.
Am intensivsten war der Blick der Fotografin, wenn sie die Künstlerinnen und Künstler bei der Arbeit traf und über den sichtbaren Arbeitsprozess und die umgebenden Werke eine spontane Beziehung entstand. Nicht zuletzt die täglichen Arbeitsstunden im eigenen Atelier mit alten und neuen optischen Geräten zum Retuschieren ließen die Ateliers der Maler, Bildhauer und Grafiker zu beredten Orten der Geborgenheit werden. Und es galt durch den Blick in dies ganz persönliche Reich den Künstler und sein Werk besser zu verstehen

Seit Frühjahr 2008 befindet sich ein Teil des umfangreichen fotografischen Nachlasses im Forum für Künstlernachlässe. Die Ausstellung erlaubte daraus mit über 75 Exponaten einen ersten, unterhaltsamen wie einfühlsamen Einblick ‚hinter die Kulissen‘.
Im Dialog mit aktuellen Beiträgen aus den Künstlerateliers von Volker Lang und Rainer Müller-Tombrink erweiterte sich das Spannungsfeld der Bildbetrachtung.

Die Sello-Fotografien wurden im Anschluss im Museum der Städtischen Skulptur in St. Petersburg gezeigt.

 

→ November

Irma Weiland (1908-2003)
Werkschau anlässlich des 100. Geburtstages der Künstlerin

W_Weiland

Die Hamburger Malerin Irma Weiland begann ihre künstlerische Arbeit als Kulissenmalerin im St.-Pauli-Varieté Alcazar. Erst nach einigen Jahren in diesem Beruf entschied sie sich für das Studium der bildenden Kunst an der Landeskunstschule bei Fritz Kronenberg.
Ihre frühen Arbeiten variieren die Formensprache des Kubismus. Diese Abstraktion gab sie bereits ab den späten 1950er Jahren schrittweise zugunsten der realistischen Malerei auf. Nun entstanden vielfältige Bildinhalte in den verschiedensten Techniken. Diese technische Vielfalt und das breite Spektrum an Bildinhalten stellen die Besonderheit in Weilands Werk dar.

Die Ausstellung setzte genau hier an und zeigte die Vielschichtigkeit des Gesamtwerkes auf. Insgesamt wurden über 30 Arbeiten in Öl, Aquarell und Zeichnung sowie dokumentarische Fotografien zur Frühzeit präsentiert. Mit ausgewählten Beispielen der verschiedenen Stile konnte sich der Ausstellungsbesucher zwischen magischen Raumbildern, Graphiken, faszinierenden Stillleben oder atmosphärischen Landschaften bewegen.
Eine freihängende Fotodokumentation gewährte Einblick in die vielseitigen Bühnenentwürfe, die die Künstlerin in ihrer Anfangszeit fertigte.

Die Ausstellung erfolgte in Kooperation mit dem St. Pauli Museum, Hamburg.

 

Weitere Veranstaltungen und Kooperationsausstellungen:

Ausstellung bei Latham & Watkins in Hamburg:
Bilder von Alexandra Povòrina und Friedrich Ahlers-Hestermann
Laufzeit: Januar 2007 bis Dezember 2008